"Neue Aphorismen"

 

Unter diesem Titel verbergen sich mittlerweile drei kleine Broschüren mit jeweils 99 neuen Aphorismen. Ursprünglich waren sie nicht geplant, denn die Broschüre "99 Aphorismen" sollte eine abschließende Auswahl aller bisherigen Aphorismen darstellen und die teils überlappenden Veröffentlichungen bei BoD endgültig ersetzen. Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen... denn die Gedanken stehen ja nicht einfach still, und die Lust am Formulieren geht auch weiter. 

Also:

 

 

"99 neue Aphorismen (1)", August 2025, hier erhältlich und unter den Nummern 1116 - 1214 im Folgenden aufgeführt:

 

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Aphoristiker treiben ein doppeltes Spiel. Mit Worten.

 

Wer mit der linken Hand schreibt, macht keine Rechtschreibfehler.

 

Unvorstellbar, dass unsere kleine Straße mit zum Universum gehören soll!

 

Ohne Bedeutung ist nichts auf der Welt. Ohne Wichtigkeit vieles.

 

1120 | Was haben Satiriker und Vegetarier gemeinsam? Ihr tägliches: “Da haben wir den Salat!”

 

Gemeint sind meist die, die sich nicht angesprochen fühlen.

 

Die Leidlinien der Politik werden vom Regierungschef bestimmt.

 

Es gibt Momente, da wünscht sich der Christ, die Hände in der Tasche falten zu können.

 

Auf manche wirkt die Wirklichkeit nur noch in Überdosis.

 

Mit der Zeit nehmen die Pläne eines Diktators Gewalt an.

 

Wo nicht auch der Zweifel in Zweifel gezogen wird, hat ein neuer Glaube leichtes Spiel.

 

Ein falsches Wort, und schon ist es nicht mehr allein!

 

Wer zu spät kommt, ist in einen Zug gestiegen.

 

Würde das Rad nicht täglich neu erfunden, wäre es längst in Vergessenheit geraten.

 

1130 | Der neue Hitzerekord steht unter Klimaschutz.

 

Zum Durchschnitt zählt auch, wer sich nicht dazu rechnet.

 

Mit einem Frosch im Gartenteich nimmt die Begeisterung für Prinzen kontinuierlich ab.

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Meine Eselsbrücken sind alle renovierungsbedürftig.

 

Der Arzt weiß, was mir fehlt. Und auch, was ich habe.

 

In Amerika wird täglich mit harten Bandagen um das Ohr des Präsidenten gerungen.

 

Wer selten den richtigen Ton trifft, eignet sich nicht als Vorsänger.

 

Klimawandel. Der Preis ist heiß.

 

Gottesdienste werden leider immer wieder dadurch gestört, dass der Pfarrer vergessen hat, seinen Klingelbeutel auszuschalten.

 

Hochzeit im Milieu. Sie haben die Schlagringe getauscht.

 

1140 | Es gibt nur zwei Arten von Seelen: arme und armutsbedrohte.

 

Mit manchen Erwachsenen redet man am besten so wie mit Kindern: ernsthaft, aber ohne die Erwartung sofortigen Verständnisses.

 

Klimawandel? Alles wird Glut!

 

In der Beichte erfährt Gott auch das von uns, was er gar nicht wissen will.

 

Aphoristiker halten sich strikt an die Aufforderung, nicht über, sondern mit sich zu sprechen.

 

Nicht jeder, der die Nacht zum Tage macht, ist eine Leuchte.

 

Wer vor sich selber flieht, sollte großzügig mit Asyl umgehen.

 

Die Vergangenheit liegt hinter uns. Es bedarf einiger Verrenkungen, um über sie zu stolpern.

 

Es gibt Menschen, die das Unglück anziehen. Sogar wenn sie sich kleiden.

 

Das Rauschen im Walde übertont das Pfeifen darin. 

 

1150 | Was außer Frage steht, ist vor Nachfragen sicher. Bis zu einem Elternabend.

 

Ein skrupelloser Machthaber schießt von sich auf andere.

 

Hoffentlich gewinnt der Aggressor bald Land!

 

In jeder Gesellschaft gibt es einen Tropf, der das Fass zum Überlaufen bringt.

 

Wer ein Orakel befragt, hofft auf ein Mirakel.

 

Wo die Moral ausgedient hat, übernimmt die Willkür.

 

Es soll Paare geben, die mit ihrem ersten Streit bewusst bis zur Hochzeit warten.

 

Lieber einen Frosch im Hals als einen im Gartenteich.

 

Hausmänner wissen den Heimvorteil zu schätzen.

 

An seinen freien Willen scheint der Mensch nicht freiwillig geraten zu sein.

 

1160 | Ein gelungenes Lob begleitet uns ein Leben lang.

 

Auch der Buddhist kennt seine Zen-Gebote.

 

Der Tod ist der beste Freund eines Bestatters. Solange er nicht persönlich wird.

 

"Erkenne dich selbst!" Alles muss man selber machen.

 

Wäre Trump Papst, kreierte er den Segen "Urbi et Orbit".

 

Man fragt sich ja doch, woher alle Welt weiß, wie es bei Hempels unterm Sofa aussieht.

 

Kein großer Unterschied: uniformiert und uninformiert.

 

Ob es Gott erfreut, von uns ins Gebet genommen zu werden?

 

Ein Untersuchungsausschuss stellt Fragen, die jedes Gedächtnis überfordern müssen.

 

Was wir heute anders machen, ist morgen schon immer so gewesen.

 

1170 | Wer gegen den Strich bürstet, kreiert bloß eine neue Frisur.

 

Gute Nachbarschaft ist ein Kinderspiel, wenn beide Seiten ihre Zunge im Zaun halten.

 

Das Ende unserer Tage erleben wir an jedem Abend.

 

Die Bahn geht mit ihren Fahrplänen sehr freizügig um.

 

Der perfekte Garten ist der, den zu pflegen dieselbe Freude bereitet, wie ihn in Muße zu genießen.

 

Missgeschicke werden zu den besten Anekdoten.

 

Abwegige Gedanken erkunden neue Pfade.

 

"Du hier!?" Das allgemeine Wiedersehen im Himmel dürfte einige Überraschungen bieten.

 

Mit Wegsehen kann man nichts weg sehen.

 

"Ich bin nun mal so", sagt der Wolf und fällt in die nächste Herde ein.

 

1180 | Am Eingang zu Friedhöfen vermisse ich das andernorts häufig gelesene Schild: "Montags Ruhetag".

 

Was nützt es dem Schaf, wenn es sich ein dickes Fell zulegt?

 

In jungen Jahren hat man noch Träume. Im Alter fehlt einem der Schlaf dazu.

 

Seit der Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies produziert der Baum der Erkenntnis nur noch Fallobst.

 

Sprich mich bitte etwas später an! Ich bin noch nicht schlagfertig.

 

Social Media: "Like mich am A....!" 

 

Wenn morgen heute gestern ist und gestern heute morgen war, dann ist heute morgen oder gestern. Aber nicht heute.

 

Wut ist eine Flamme, die so lange lodert, bis innen alles hohl ist.
 

 

Wer falsch abgebogen ist, behauptet gern ein anderes Ziel.

 

"Rentner" ist ein Palindrom. Kein Wunder, dass manche Rentner nicht wissen, wo der Anfang und wo das Ende einer Schlange ist.

 

1190 | Nach dem Tod ist vorm Herrgott.

 

Auf den Wald wird man bald keinen Pfifferling mehr geben können.

 

Natürlich ist Gott auch in der Natur zu finden. Aber bitte auf den vorgeschriebenen Wegen bleiben!

 

Eine böse Tat, die allen Vorteile bringt, findet keine Kritiker.

 

Manche Gedanken sind in Teilen Deutschlands ausgesprochen gefährlich.

 

Die Täter werden immer jünger... Was ungerecht denen gegenüber ist, die unbescholten immer älter werden.

 

Es geben Dinge den Geist auf, denen er noch gar nicht eingehaucht wurde.

 

Das Goldene Zeitalter ist angebrochen: Die Goldpreise steigen.

 

Je mehr Porträts des Herrschers an der Wand, desto größer die Unterdrückung im ganzen Land.

 

In jedem Hund steckt noch soviel Wolf wie schon Mensch.

 

1200 | Zu viele Bösewichte erreichen Gardemaß.

 

Es macht einen Unterschied, ob man einem Aggressor in den Arm oder in die Arme fällt.

 

Der Silberschmied weiß, dass keine goldenen Zeiten kommen.

 

Von Froschschenkeln träumt, wer eine Kröte schlucken muss.

 

Beim zweiten Mal holen wir das vom Dachboden, weswegen wir beim ersten Mal hinaufgestiegen sind.

 

Am Ende findet jeder seinen Meister. Aber nicht jeder Meister seinen Lehrling.

 

Möchte man unbedingt wissen, was hinter manchem Gestirn so vorgeht?

 

Was sagt man, wenn man seinem eigenen Tod begegnet? Ich favorisiere: "Man sieht sich immer zweimal!"

 

Erkenntnisgewinn. Was nach Trostpreis klingt, kann zum Hauptgewinn werden.

 

Noch als Ruine lädt eine Kirche Gott zum Verweilen ein.

 

1210 | Sonntagabend. Der Küster schließt von außen die Kirchentür zu, und Gott legt von innen die Bibel vor.

 

Man kann seine Stimme auch zum Schweigen gebrauchen.

 

Käme ich in den Himmel, fiele ich aus allen Wolken.

 

Der Sternenhimmel - immer wieder Aufsehen erregend.

 

Von einem Gedankenblitz getroffen zu werden, ist eher unwahrsc.…

 

 

"99 neue Aphorismen (2)", Januar 2026, hier erhältlich und unter den Nummern 1215 - 1313 im Folgenden aufgeführt:

 

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Homo homini ludus. 

 

Ein Aphorismus kommt selten von allein.

 

Guter Rat ist teuer. Und im Dutzend billiger.

 

Wer Wörter kann, kann Journalist.

 

Manche Kolumnisten sind bloß Schreibhälse.

 

1220 | Handelsdefizit. Mehr Worte als Taten.

 

Sackgassen sind begehrte Bauplätze.

 

Rasenmäher: Dezibeelzebub.

 

Wer rot sieht, trifft selten ins Schwarze.

 

Grübeln fischt im Trüben. Denken lenkt das Boot aufs Meer.

 

Zwischen Kalenderspruch und Kalauer siedelt ganzjährig der Aphorismus.

 

Nicht alles eignet sich für einen Witz. Umso mehr für einen Scherz.

 

Der begründete Tadel enthält das lieber gegebene Lob.

 

Eine Sammlung von Aphorismen gleicht einem Wald voller Purzelbäume.

 

Keine Ahnung, welche Urzeit wir gerade haben!

 

1230 | Sprache lädt zum Spielen ein. Böse Buben spielen gern Verschaukeln.

 

Was uns im Vertrauen mitgeteilt wird, verdient nicht deswegen schon unser uneingeschränktes Vertrauen.

 

„Nur keine falsche Bescheidenheit!“, rät die satte Zufriedenheit.

 

Ein Zuviel macht aus dem kostbarsten Parfüm ein billiges.

 

Du brauchst viele Ratgeber, bis dir der gewünschte Rat erteilt wird.

 

Offene Geheimnisse unterliegen derselben Schweigepflicht wie sorgsam gehütete.

 

Ein Lügengebäude hat nur einen Eingang. Aber jede Menge Notausgänge.

 

Wer glaubt, immer zu kurz zu kommen, kann nicht über sich hinauswachsen.

 

Denkzettel werden nur von denen gelesen, die sie geschrieben haben.

 

Erwachsen ist man dann, wenn man nicht mehr älter sein will, als man gerade geworden ist.

 

1240 | Ein Verschwörungstheoretiker inspiriert zahlreiche Verschwörungspraktiker.

 

Dass die Erde rund ist, setzt sich immer noch nur scheibchenweise durch.

 

Ein freundlicher Handwerker macht einem gerne mal einen Strich durch die Rechnung.

 

Manche Rechnungen gehen erst auf, wenn man fünfe mal gerade sein lässt.

 

Was den ganzen Stahl zusammenhält? Tausende Nieten!

 

Handlanger. Je unvorstellbarer die Summe, desto beiläufiger wird sie „in die Hand genommen“.

 

Am unauffälligsten wechselt Verbotenes beim Händeschütteln den Besitzer.

 

Hütchenspieler machen erst Ernst, wenn die Wette gilt.

 

"Nur Mut!", ruft am lautesten die Zumutung.

 

Mitglieder einer Gesellschaft, die sich nicht achten, müssen einander ständig warnen.

 

1250 | Wo Auge um Auge vergolten wird, sind bald alle blind.

 

Die härtesten Urteile fällen die Mitangeklagten.

 

Nicht jeder in die Geschichtsbücher davongetragene Sieg ist dort als Heldentat verzeichnet.

 

Es heißt nur „vernunftbegabt“, nicht „vernünftig“.

 

Das Krokodeal im Weißen Haus.

 

Zollschranken. Respekt kann man dem Golfer von Amerika jedenfalls nicht zollen.

 

Kaum hat er den Führerschein, schon glaubt er, er hätte die Autobahn gebaut.

 

Es liegt an der Person, vor der du dich verbeugst, ob du dich dabei verbiegst.

 

Je größer das Eigenlob des Mächtigen, desto schamloser seine Schmeichler.

 

Auch ein Krokodil, das lächelt, zeigt seine Zähne.

 

1260 | Eide sind in Formeln abgefasst, damit man sie besser dahersagen kann.

 

Manchmal verbinden sich Hoffnungen mit einem Amtsantritt, die man dem Amt gar nicht mehr zugetraut hätte.

 

Den Krieg kann eine Seite gewinnen. Den Frieden verlieren beide.

 

Gewalt kann man sich nicht vorstellen. Bis sie einen ereilt.

 

Er sieht keine Veranlassung, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Er entledigt sich ihrer hocherhobenen Hauptes.

 

Die Todesstrafe ist keine Strafe, sondern Mord.

 

Ohne Wohlwollen wandelt sich Gerechtigkeit in Unbarmherzigkeit.

 

Der Höhepunkt jeder Debatte ist der Moment, in dem jemand beklagt, dass er sich nicht in Ruhe herausreden darf.

 

Die Vogelpredigt. Schon Franziskus predigte den Tauben.

 

Noch der Ärmste besitzt etwas, auf das er nach Meinung des Wohlhabenden bequem verzichten könnte.

 

1270 | Innerhalb der Kirche ist es umstritten, wer als größter Kirchenleerer gelten kann.

 

Seit Martin Luther sind konkrete Zweifel an der Kirche angebracht.

 

Noah ist zweifellos der Archetyp des Seefahrers.

 

Wie Fliegende Fische das Fliegen lernen? Natürlich mit Schwimmflügeln!

 

Ein Eimer Löschwasser in Reichweite kann nicht schaden, wenn jemand für etwas brennt.

 

Das bisschen Haushalt! Gar kein Problem mit einer Tu-du!-Liste.

 

Wenn jemand trotzdem lacht, ist das selten ein Zeichen von Humor, sondern reiner Notwehr.

 

Mancher Minnesänger wird in Wahrheit ein Minisänger gewesen sein.

 

Wenn das der Führer wüsste, dass er nichts wusste!

 

Wer in der Vergangenheit lebt, weiß immerhin, was ihn in Zukunft erwartet.

 

1280 | Begegnet der Unzufriedene dem Glück, wechselt er die Straßenseite.

 

Nur der Teufel denkt immer an Gott. Ohne im Geringsten fromm zu sein.

 

Spätestens, wenn ein Beichtvater Großvater wird, sollte er mal zur Beichte gehen.

 

Mancher fühlt sich beim Verzeihen so großartig, dass er inständig auf ein neues Unrecht hofft.

 

Wer immer alles vorher weiß, ist hinterher nicht klüger.

 

Glücklicherweise enden politische Auseinandersetzungen meist versöhnlich: „Wollen wir uns wieder vertagen?“

 

Bewunderung erwartet als letzter, wer sie als erster verdient.

 

Zerstreuung und Ablenkung sind Feinde der Muße.

 

Was wird man von Petrus am Himmelstor erwarten dürfen? Immerhin wohl ein freundliches „Komm erst einmal an!“

 

Immer wenn jemand Gott gefunden hat, versteckt der sich woanders.

 

1290 | Gott spielt nicht! Aber er hält die Kirchenbank.

 

Ein Glaube, der Kurioses für wahr hält, ist harmlos im Vergleich zu dem, der längst Bewiesenes bestreitet.

 

Das große Ganze hat auch einmal ganz klein angefangen.

 

Die augenblickliche Lage lässt nichts zu wünschen hoffen.

 

Die Abkürzungen, die wir nehmen, führen nicht selten zu Umleitungen, die wir uns ohne sie erspart hätten.

 

Vielleicht hat Gott die Schöpfung einfach zu groß angelegt.

 

Einem blinden Schicksal kann man nicht ins Auge sehen.

 

Wenn wir so weitermachen, bleibt für die nächste Generation nichts an eigenen Fehlern übrig.

 

Das Leben erlaubt alle Fragen und Klagen. Außer: „Warum ich?“

 

Mancher geht mit der Zeit. Und kehrt ohne sie zurück.

 

1300 | Die ewige Ruhe ist eine ausreichend große Hoffnung für ein Leben nach dem Tod.

 

Um letzte Worte wird ein ziemliches Gewesen gemacht.

 

Wenn der Vorhang fällt, beginnt das Nachspiel.

 

Das Unterbewusstsein weiß auch nicht alles!

 

Die gute Absicht zählt. Auf Nachsicht.

 

Nachsicht verbindet Geduld mit Zuversicht.

 

Philosophie macht weise oder spitzfindig.

 

Nicht nur was wild wuchert, ist Natur.

 

Das Leben - eine Selbstaufgabe.

 

Ein lieber Gott darf nicht böse werden.

 

1310 | Früher war alles besser als nichts.

 

Der rettende Strohhalm im Heuhaufen.

 

Die Erde hat Weltschmerz.

 

Im All ist immer Alltag.

 

 

"99 neue Aphorismen (3)", September 2026, hier erhältlich und unter den Nummern 1314 - 1412 im Folgenden aufgeführt:

 

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Die Steine sind der Weg. 

 

Aphoristiker wortspielen mit ihrem Leben. 

 

Genug der Worte! Lasst Tattoos sprechen! 

 

Vorm Fliegen ist das Flügelschlagen. 

 

Wir sind Leibeigene unseres Körpers. 

 

Der Arme denkt sich sein Teil. 

 

1320 | Kleinkriminelle machen auch Mist. 

 

Im Kern ist das faule Obst gesund. 

 

Von Ansichtssachen reicht ein Foto. 

 

Der tägliche Blick in die Welt wirkt aphorisierend. 

 

Seit ich Kopfhörer trage, höre ich Stimmen. 

 

Was vernünftig ist, entscheidet das Bauchgefühl. 

 

Keine Fähigkeiten benötigt, wer zu allem fähig ist. 

 

Die weibliche Seite ist meine bessere Hälfte. 

 

Eitelkeit stiehlt der Schönheit die Bewunderung.

 

Das Bohren dicker Bretter beginnt mit dem vorm Kopf. 

 

1330 | Man muss nicht lange klopfen, bis etwas hohl klingt. 

 

Nicht ohne Ironie, wenn Aphoristiker Bücher füllen! 

 

Die meisten Jasager zieht an, wer zu allem Nein sagt.

 

Auch Vegetarier spielen gern mal beleidigte Leberwurst. 

 

Es gibt kein Alter, auf das sich nichts schieben lässt. 

 

Idealvorstellungen lassen wenig Raum für die Wirklichkeit. 

 

Ahnungslose fühlen nicht, was sie auch sehen könnten. 

 

Die Wahrheit ist ein hohes Gut. Du musst zu ihr hinauf!

 

Immer sind es die kleinen Lichter, die nicht lange fackeln. 

 

Die Architektur kennt Verbrechen, die man begehen kann. 

 

1340 | Die Selbstkritik sollte nicht immer nur an sich selbst denken! 

 

Jedes Problem enthält ein Pro, das gegen seine Lösung spricht. 

 

Der Unzufriedene ist auf einem guten Weg. Zum Unglücklichsein. 

 

Gelegentlich gefallen sich Aphorismen in Aphorismen über sich selber. 

 

Wo Weihrauch verbrannt wird, sollte Weihwasser bereitstehen. 

 

Die Kirchenmaus gilt als arm, auch wenn sie im Klingelbeutel schläft. 

 

Worüber man keine Scherze machen darf, darüber lachen die Hühner. 

 

Wer leidenschaftlich geliebt wird, wird schnell in Mitleidenschaft gezogen. 

 

Die Langeweile ist sehr geschickt darin, kurzweilig von sich abzulenken. 

 

Was man nicht bekommen kann, darauf braucht man nicht zu verzichten. 

 

1350 | Wo früher ein Stoßseufzer geholfen hat, muss heute stoßgelüftet werden. 

 

Am schwersten fällt das Mitleid mit denen, die wir nicht leiden können. 

 

Gartenzäune offenbaren,wie schnell jedermann an seine Grenzen stößt.

 

Von den 14 Nothelfern erreicht man immer den, der gerade nicht zuständig ist. 

 

Fragen beginnen mit "Warum?", Antworten schließen mit "Warum nicht?". 

 

Netter Versuch, wenn ein Exhibitionist behauptet, er sei nur ausgezogen, um die Welt zu retten. 

 

Manchmal trifft man eine Entscheidung, der man lieber nicht mehr begegnet wäre. 

 

Seltener als Entdeckungen sind nur Fehler, die noch nie jemand gemacht hat. 

 

Die Anständigen sind eine Minderheit, weil sie immer und überall anstehen müssen. 

 

Zur Grundausstattung erfolg-reicher Politiker gehört ein Satz weißer Westen, die sich gewaschen haben. 

 

1360 | Es gibt Politiker, die lassen ihren Amtseid bequemerweise dort liegen, wo sie ihn abgelegt haben. 

 

Ein freundlich gereichtes Taschentuch hilft jemandem mit Schweiß auf der Stirn. Aber keinem mit Schaum vor dem Mund. 

 

Wer den Wert irdischer Reichtümer gering schätzt, ist mit den zweifelhaften himmlischen kaum zu locken. 

 

Entdeckte man auf dem Mars Schmeiß-fliegen, wäre die Begeisterung größer als die über die Restfauna auf Erden. 

 

Seit wir das Fremdschämen entdeckt haben, brauchen wir uns nicht mehr für uns selber zu schämen. 

 

Offenbarungen enthalten entweder zu viele Rätsel oder zu viele geschwärzte Stellen. 

 

Nicht einmal, wenn alle Zeichen auf Sturm stehen, werden die Fähnchen aus dem Wind geholt. 

 

In einer explosiven Situation findet sich immer jemand, der meint, dazwischenfunken zu müssen. 

 

Der Tod ist eine Tür, die sich nur kurz öffnet. Hoffentlich stoße ich mit niemandem zusammen! 

 

Stimmt es nicht nachdenklich, wenn Gott drei Personen braucht, um mit einem Christen fertig zu werden? 

 

1370 | Beichtvater ist der einzige Beruf, bei dem von Anfang bis Ende alles vergeblich ist. 

 

Der Mensch ist die einzige Spezies, die vergessen kann, bevor sie gelernt hat. 

 

Manchmal bedarf es vieler Worte, will man sein Schweigen nicht brechen. 

 

Am sinnvollsten erscheint mir eine Versicherung gegen alles Kleingedruckte.

 

Auch Gottes Kinder werden irgendwann erwachsen und ziehen von zu Hause aus.

 

Mancher reagiert überrascht, wenn er erfährt, dass sein Tun seine Taten werden.

 

Meine Erinnerungen täuschen mich nicht. Manche verwechseln mich nur! 

 

Politik ist ein schmutziges Geschäft. Wenn Saubermänner am Werk sind. 

 

Man muss keiner Kirche angehören, um ausreichend sündigen zu können. 

 

Am leichtesten findet man sich darin wieder, worin man sich verloren hat. 

 

1380 | Noch zähle ich mich zu den alten Leuten. Und nicht zu den älteren. 

 

Um einen Ausgleich zu erzielen, hilft manchmal nur ein Eigentor. 

 

Was soll man von all den Aufgeregtheiten in der Welt halten?Abstand. 

 

Oben angekommen, schauen Aufsteiger auf andere herab. 

 

Ein bewiesener Gott würde seine Leugner nur unnötig reizen. 

 

Wird der Gürtel enger geschnallt, hängt der Bauch darüber.

 

Meist nimmt man sich zurück, bevor man sich gegeben hat. 

 

Alt ist, wessen Vergangenheit sich nicht entfernt, sondern nähert. 

 

Seit Jahrhunderten treibt die Kirche mit Gott Messbrauch. 

 

Je mehr man von allem hat, desto weniger wird alles. 

 

1390 | Das kostbarste Vermächtnis  eines Vaters ist Mutterwitz. 

 

Wer aus der Zeit fällt, landet nicht in der guten alten. 

 

Die Außerirdischen sind genauso wie wir. Außer irdisch halt. 

 

Der kleinste gemeinsame Nenner wird gerne übersehen oder ignoriert. 

 

Wäre Zeit Geld, müsste meine Rente deutlich höher sein. 

 

Warte auf die Musik, bevor du dich im Kreise drehst! 

 

Ob tiefe Gedanken jemals unten ankommen? 

 

Das Hintersinnige muss vordergründig erscheinen. 

 

Mit zunehmendem Alter wird einem manches unklar. 

 

Wiedergeburt? Ich wiederhole mich nicht gern. 

 

1400 | Schaut Gott in den Spiegel, sieht er sein Ebenbild. 

 

Stellt man sich dumm, steht man dumm da. 

 

Es sind die Zustände, die für Aufstände sorgen. 

 

Fasten bedeutet nicht, alles satt zu haben. 

 

Wo es an Geist fehlt, regieren die Geister. 

 

Was sich ergibt, muss man nicht weiter verfolgen. 

 

Einflüsterungen kann man sich selber einreden. 

 

Unsere Gegenalleswart.

 

Beim Schicksal entscheidet das Los. 

 

Ein schweres Los muss keine Niete sein. 

 

1410 | Im Sommer erfreuen die Schattenseiten. 

 

Arme Teufel kommen in den Himmel. 

 

Der Rückweg ist das Ziel.

 

© Alle Rechte bei F. Christoph Schiermeyer, Eitorf/ Sieg

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